Mehr als 200 Jahre Innovation und Fortschritt
Die Ballon Technik finden viele Menschen faszinierend. Dies gilt auch für solche, die sonst nicht an Luftfahrt interessiert sind. Ein Ballon besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten: der Ballonhülle, dem Ballonkorb, dem Brenner und den Gasflaschen. Um einen Ballon startklar machen zu können, benötigt man außerdem ein Aufrüstgebläse und für die Ballonfahrt selbst eine Reihe von Instrumenten.
Die Ballonhülle – ein beliebter Werbeträger
Die Ballonhülle ist in der Regel aus einem sehr reißfesten Nylongewebe. Da dieses von Natur aus nicht luftdicht ist, wird es auf der Innenseite mit einer extrem dünnen Schicht des Kunststoffs Polyurethan bedampft. Dieser verhindert ein Austreten der Luft aus dem Innern des Ballons und stellt gleichzeitig
eine hohe Lebensdauer sicher.
Die Ballon-Hülle besteht aus mehreren Hundert Segmenten, die zu Bahnen zusammengenäht und anschließend als gesamter Ballon zusammengefügt werden. Die einzelnen Hüllenstreifen sind dabei bis zu 50 Meter lang und müssen sorgsam miteinander vernäht werden. In die Hülle müssen außerdem Laschen für den sogenannten Parachute und auch für die Ventile eingebracht werden. An der Außenseite der Hülle sind zudem die Hüllenseile anzubringen.
Da Ballone oft als Werbeträger verwendet werden, ist ein sorgsames Design der Ballonhülle notwendig.
Auf jedes Segment muß schließlich das richtige grafische Element aufgebracht werden, damit das Gesamtbild auf dem Ballon fehlerfrei und korrekt ist. Da dies eine überaus komplexe und schwierige Angelegenheit ist, wird heutzutage das Hüllendesign mit Hilfe von Computern erstellt und dann auf den Nylonstoff übertragen.
Da die Hülle an ihrem unteren Rand nahe am Brenner ist, muß dieser Teil hitzebeständig sein. Hierzu verwendet man fast ausnahmslos das unbrennbare Nomex. Die Hülle enthält außerdem Komponenten, die deren Aufreisen verhindern. Die in Deutschland betriebenen Ballone haben ein Hüllenvolumen von 1.600 bis 9.500 Kubikmeter. Die Form der Hülle ist wichtig für die Stabilität des Ballons und dessen Manövrierfähigkeit.
Der Ballonkorb – Platz für Ballonführer und Passagiere
Im Ballonkorb halten sich sowohl Ballonführer als auch Passagiere auf, weshalb dieser ausreichend Stabilität benötigt, um allen Personen Sicherheit zu bieten. Ballonkörbe sind in einer Vielzahl
unterschiedlicher Größen und Einteilungen für zwei bis 19 Personen verfügbar.
Diese große Zahl von Modellet hat unter anderem verschiedene Korbhöhen und Brennerhöhen sowie unterschiedliche Boden- und Seitenschutzkombinationen. Es gibt Körbe mit Passagierstühlen, mit Leder-, Velour- oder Stoffauskleidung sowie mit Sicherheitsgurten und Instrumenten-Halterungen.
Die am häufigsten verwendeten Werkstoffe für
Ballonkörbe sind Weide und Peddigrohr, aus denen diese geflochten werden. Beide Materialien werden traditionell für den Ballonkorb eingesetzt und zeichnen sich dadurch aus, daß sie sehr stabil aber gleichzeitig ausreichend elastisch sind. Körbe aus anderen Materialien, wie etwa aus Plastik oder Aluminium, haben daneben weniger haltbar und zeigen eine geringere Lebenserwartung.
Ein Ballonkorb ist zumeist 1,10 Meter hoch und ist am oberen Rand mit Leder ausgestattet, so daß sich die Passagiere bequem auflehnen können. In den Korb integriert sind Stahlseile, die die Verbindung zum Brenner und zur Ballonhülle herstellen.
Der Ballonbrenner zum Erhitzen der Luft
Aufgabe des Brenners ist es, die Luft innerhalb der Ballonhülle zu erhitzen. Hierzu wird im Brenner Propangas verbrannt, das aus Gasflaschen kommt, die im Korb sind. Von dort werden sie unter hohem Druck mit Leitungen in den Brenner transportiert. Das Gas wird dort in Verdampfungsspiralen geleitet, wo es durch die Vermischung mit dem Sauerstoff der Luft verbrennt und Hitze erzeugt.
Im Markt gibt es eine Reihe verschiedener Brenner-Modelle, die sich hinsichtlich
Leistungsfähigkeit und Ausstattung unterscheiden. Der Ballonfahrer kann sich einer Auswahl verschiedener Brenner das Modell wählen, das am besten seinen Ansprüchen genügt.
Ein Brenner besteht aus dem eigentlichen Brenner und einer Gehäuseeinheit. Man unterscheidet zwischen Einzelbrenner, Doppelbrenner, Dreifachbrenner und Vierfachbrenner. Ein Einzelbrenner wiegt in der Regel um die 15 Kilogramm, ein Mehrfachbrenner rund 20 Kilogramm oder etwas mehr. Bei einem Einzelbrenner ist jeweils nur eine Einrichtung zur Brennstoffzufuhrm, ein Fahrventil und ein Kugelventil vorhanden. Bei den Doppel- bis Vierfachbrennern liegen diese Komponenten in entsprechend mehr Ausführungen vor.
Mit steigender Größe nimmt die Leistungsfähigkeit der Brenner entsprechend zu und so kann ein mit einem Vierfachbrenner
ausgerüsteter Ballon bis zu knapp 20 Personen befördern. Daneben gibt es auch verschiedene Brenner-Typen. So gibt es Brenner die besonders leise sind und Brenner, die ein sehr schönes Flammenbild, insbesondere in der Nacht geben. Bei einigen von diesen ist nur die Flamme aber kein Ruß zu sehen. Manche Ballon- und Brenner-Hersteller bieten Mehrbrenner-Modelle an, bei denen verschiedene Brennertypen kombiniert sind.
Brennerventile und Brennertöpfe
Für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Ballonfahrern sind auch
verschiedene Brennerventil-Typen verfügbar. Seit einigen Jahren sind zudem elektronische Steuerungen auf dem Markt, mit denen die Regulation des oder der Brenner per Knopfdruck erfolgt.
Die Brennertöpfe, aus denen die Flammen herausschlagen, sind in einem sogenannten Brennerrahmen eingelassen. Diese müssen sehr stabil befestigt sein, gleichzeitig von den verwendeten Materialien her so leicht als möglich sein. Der rasche Fortschritt der Werkstofftechnik erlaubt es auch hier in den letzten Jahren, immer stabilere und gleichzeitig leichtere Stoffe einzusetzen. Dies senkt das Gesamtgewicht des Ballons und erhöht gleichzeitig die Sicherheit.
Ballon-Gasflaschen als Energiequellen
Ballon-Gasflaschen dienen dazu, den Brenner mit einer ausreichenden Menge an Gas zu versorgen. In der Ballonfahrt werden spezielle Gasflaschen eingesetzt, für deren Herstellung Edelstahl oder Aluminium Verwendung finden. Um nicht den Ballonkorb zu beschädigen, sind die Gasflaschen in der Regel mit einer Schutzhülle versehen.
Das Ballon-Aufrüstgebläse beim Start
Der Ballon wird vor dem Start mit einem sogenannten Aufrüstgebläse aufgeblasen. Diese hat normalerweise einen kleinen Viertaktmotor
und kann durch Räder problemlos zum Startplatz des Ballons transportiert werden. Die Bewegung des Propellers des Aufrüstgebläses führt dazu, daß sich das Ballon-Innere mit Luft füllt. Ballon-Aufrüstgebläse sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, je nachdem wie groß die Anforderungen an die Leistung des Geräts ist.
Ballon-Instrumente für Kommunikation und Navigation
Ballonfahrer führen mehrere Ballon-Instrumente mit sich, die der Kommunikation und der Navigation dienen: Zum einen ist dies ein VHF-Funkgerät, mit dem die Luftaufsicht
kontaktiert werden kann und außerdem Kontakt zum Begleitfahrzeug gehalten wird.
Desweiteren sind dies Altimeter, Variometer und Thermometer. Das Altimeter dient der Anzeige der Höhe, die in Metern und Fuß angegeben wird. Das Variometer zeigt die Steig- oder Sinkgeschwindigkeit an. Das Thermometer mißt die Temperatur an der Außenhülle des Ballons sowie der Lufttemperatur.
In den letzten Jahren gehört außerdem ein sogenanntes Global Positioning System zur gerätetechnischen Ausrüstung von Ballonfahrern. Dieses ermöglicht eine genaue Bestimmung des Standorts mithilfe von Satelliten, ebenso wie eine Ermittlung der Distanz vom Startplatz sowie von Kurs und Geschwindigkeit des Ballons.
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