Die Ballontaufe – ein besonderes Ereignis für Ballonfreunde

So erinnert sich jeder Neuling an seinen ersten Ballonflug, hups, Entschuldigung, Ballonfahrt

Eine Ballontaufe ist für jeden Neuling ein besonderes Ereignis, das einem noch lange in Erinnerung bleibt. Man stelle sich vor: Ein Abenteuer geht zu Ende, die erste Ballonfahrt hat die Gäste sichtlich begeistert. Sie spüren noch die Sonne auf dem Gesicht und haben die vielen neuen Eindrücke noch nicht ganz verarbeitet. Mit dem Wind lautlos über Felder, Häuser und Wälder zu schweben, manchmal eine Handbreite über den goldenen Ähren eines Weizenfelds, ein anderes Mal hoch im wolkenlosen Himmel.

Das Ballonfahren ist nicht vergleichbar mit Luftsport wie Segelfliegen oder Drachenfliegen, obwohl es sich im gleichen Element, der Luft, abspielt. Doch ebenso wie man Paddeln und Tauchen nicht vergleichen kann, unterscheidet sich auch das Fahren im Ballon vom Fliegen. Verbunden mit dem Ballonfahren als Jahrhunderte langer Tradition sind gewachsene Bräuche. So wird nicht nur der Ballon als Luftschiff vor seinem ersten Start getauft, sondern auch die Passagiere – allerdings nach ihrer Luftpremiere. Ein wenig variieren die Abläufe im Detail von Region zu Region und von Vereine zu Verein, aber in den Grundzügen sind sie sehr ähnlich.

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Wie verläuft eine Ballon-Taufe?

Wie verläuft nun eine Ballon-Taufe konkret? Für den Ballonneuling heißt es zunächst: Niederknien! Doch nicht mit beiden Knien auf den Boden, wie es in der Kirche ist, sondern nur mit einem. Wie bei der Erhebung in den Ritterstand. Das ist kein Zufall, denn auch die frisch gebackenen Ballonfahrer werden nun adlig. Als „Adel der Lüfte“ bekommen sie nach der ersten Fahrt mit dem Heißluftballon Blaublutnamen wie „Baronin Adelgunde von den blauen Bergen, Behrrscherin der Lüfte, des Himmels und der Wolken“. Der Brauch geht auf ein Gesetz von König Ludwig XVI. zurück, der das Ballonfahren nur dem Adel erlaubte.

Ob sich der Neuling seinen Namen selbst ausdenkt oder ob der Ballonfahrer ihn auswählt, meist sind in den Fantasienamen Ereignisse der aktuellen Fahrt oder blumige Umschreibung des Berufs verarbeitet. Die Taufe auf den neuen Namen wird mit den Elementen Feuer und Wasser verbunden. Als Huldigung an das Feuer, das den Ballon in die Lüfte steigen lässt, opfert der Täufling eine Locke seiner Haarpracht, die in die Flamme (zumeist die eines Feuerzeugs) gehalten wird.

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Was passiert noch bei einer Ballontaufe?

Wie geht es bei der Ballontaufe weiter? Mit Wasser oder auch einem Schluck Sekt wird die Locke abgelöscht. Das Wasser soll an die maritime Vergangenheit erinnern, deren Erbe sich auch beim Befahren der Luftmeere in vielen Begriffen wieder findet. Der restliche Sekt eignet sich vorzüglich, um damit anschließend anzustoßen. Der neue Adelstitel wird auf einer schmucken Urkunde für alle Zeiten festgehalten und der Getaufte muss ihn jederzeit aufsagen können. Übrigens darf nur ein anderer Ballonadliger nach diesem Adelstitel fragen.

Mit dem Adelstitel sind Rechte, aber auch Pflichten verbunden. Wie immer im Leben, überwiegen die Pflichten. Immerhin hat der frisch getaufte Blaublüter nun das Land, über das er eben noch flog, als Lehen bekommen. Allerdings „eine Handbreit über der Erde und der Ähre“. Die Pflichten sind wie schon erwähnt wesentlich umfangreicher. Fortan darf der Getaufte nie wieder Ballonfliegen statt Ballonfahren sagen.

Daß man Ballonfahren und nicht Fliegen sagt, liegt übrigens zum einen daran, dass Ballone sich nicht wie Flugzeuge mithilfe des Aerodynamik bewegen, sondern durch den Auftrieb der warmen Luft in der kälteren Umgebung, also dem Prinzip der Aerostatik. Und Physiker sagen: „Alles, was leichter ist als Luft, fährt“. Auch die Brüder Montgolfiere, die 1783 als erste Ballonfahrer in die Luft stiegen, sprachen von Luftmeeren, die sie befahren möchten.

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Romantische Ballonfahrt

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