Die erste Ballonfahrt – ein besonderes Ereignis
Wie es zur Ballonfahrt der Gebrüder Montgolfier kam
Als sich die Bewohner des französischen Ortes Annonay im Juni 1783 auf dem
Marktplatz ihrer Heimatstadt versammelten, trauten sie ihren Augen nicht: Die Brüder Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier hielten einen Ballon aus Leinwand über ein loderndes Feuer aus Strohballen und Wolle, der Rauch füllte den Ballonsack, der sich in die Luft erhob, bis er plötzlich wie von unsichtbarer Geisterhand bewegt lautlos in den Himmel schwebte!
Dieser historische Flug dauerte zehn Minuten und soll eine Höhe von über 1500 m erreicht haben. Die Idee zu diesem Experiment war den Naturwissenschaftlern und Architekten bei der Arbeit gekommen: In der
Papierfabrik ihres Vaters hatten sie beobachtet, wie Papierfetzen im Rauch eines Feuers durch die Luft gewirbelt wurden.
Daraus schlossen sie, dass der Rauch den Papierschnipseln Auftrieb gab und bevorzugten daher stark qualmende Brennmaterialien – ein Irrtum, wie sich später herausstellte. Denn nicht der Rauch oder ein Stoff namens „Phlogiston“, sondern die heiße Luft sorgte dafür, dass der Ballon zu schweben begann.
Die erste Montgolfière war ein kugelähnlicher Sack aus Leinen mit zwölf Metern Durchmesser. Das Innere war mit einer dünnen Papierschicht ausgekleidet und wie bei einem Fesselballon hielt ein Netz aus Schnur, das die gesamte Hülle umspannte, diese in Form und am Boden.
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König Ludwig XIV., die Ballonfahrt und die Gebrüder Montgolfier
König Ludwig XVI. hörte von der Flugsensation und lud die beiden Brüder nach Paris ein, um ihm das Kunststück mit der fliegenden
Kugel vorzuführen. Zugleich erteilte er auch den Gelehrten der Akademie der Wissenschaft, sich mit dem Phänomen der „Aerostatischen Kugel“ zu beschäftigen.
Nach dem ebenfalls erfolgreichen Aufstieg des ersten Gasballons war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Passagierflug stattfand. Am 19. September 1783 startete in Schloss Versailles vor den Augen von König Ludwig XVI. und
Königin Marie-Antoinette eine Montgolfière mit drei Passagieren: einem Hahn, einem Hammel und einer Ente.
Der achtminütige Flug bewies: bemannte Luftreisen waren möglich. Unterschiedliche Geschichten rund um diese Flüge halten sich hartnäckig. So heißt es, zum Tode verurteilte Strafgefangene seien als erste Menschen in den Ballonen gefahren. Sichere Quellen berichten allerdings davon, dass am 21. November 1783 die Wissenschaftler Pilâtre de Rozier und Marquis d’Arlandes die ersten menschlichen Luftfahrer waren – wenn auch noch durch Seile gesichert. Seit der erste bemannte Ballon im Jahre 1783 von der Erde abhob, hat sich am Prinzip des Aerostaten nichts geändert.
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Die Ballone der Nazca-Indianer
Allerdings gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die Montgolfier-Brüder nicht die ersten waren, die den Luftraum mit Ballons eroberten. So haben beispielsweise die Nazca-Indianer in Peru bis zu 20 Kilometer lange, schnurgerade Linien und Figuren in den
trockenen Wüstenboden geritzt. Zu sehen sind sie nur aus der Luft, weshalb sie bis in den 1920er Jahren unentdeckt blieben. Entstanden sind die Bilder und geometrischen Formen zwischen 200 vor und 600 nach Christus.
1975 startete in der Nazca-Ebene der mit Rauch gefüllte „Condor I“, ein Heißluftballon, der nur aus Materialien gebaut ist, über die auch den Nazca-Indianer vor 2000 Jahren zur Verfügung standen. Damit wird die These untermauert, dass die Nazcas möglicherweise über Luftfahrzeuge verfügt haben, als sie die Bildnisse im Stein schufen. Ein weiteres Indiz für diese These ist die Geschichte, dass bereits 1709 der Jesuitenpater Bartholomeu de Gusmaõ aus Brasilien mit einem Modell-Heißluftballon nach Portugal zurückkehrte.
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